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Olympia längst ein unumstößliches Ziel PDF
06.11.2009

116157156_736.jpgKunstturnen: Helge Liebrich ist der Superstar in Wetzgau und auf dem Weg zu selbigem deutschlandweit

Sein Blick wandert durchs weite Rund: In der neuen Halle im Gmünder Unipark fühlt sich Helge Liebrich schon pudelwohl. Das Zentrum, das im Januar 2010 eingeweiht werden wird, soll das Wohnzimmer des Bundesligaturners werden. Und die nationale und internationale Eliteklasse seine Spielwiese. Der Wetzgauer, der bereits seine siebte Saison beim TVW bestreitet, hat Olympia 2012 fest im Visier. 

Gemeinsam mit Paul Schneider, Cheftrainer des TV Wetzgau, machte sich Helge Liebrich am vergangenen Mittwoch ein (Baustellen)-Bild. Zum ersten Mal betrat er die Halle, die ab dem neuen Jahr seine zweite Heimat werden wird: „Sie ist die Grundlage für weitere Erfolge des TVW. In vier, fünf Jahren wird man sehen, welchen Stellenwert dieses Gebäude haben wird für die Jugend. Es wird zu einem großen Schub kommen“, prognostiziert der Turner. Der Nachwuchs, so Liebrich, werde die besten Voraussetzungen direkt vor Ort bekommen.

Der Student, der seit dem vergangenen Jahr auch an der PH auf dem Hardt richtig Gas gibt, ist mit dem Saisonverlauf mehr als zufrieden: „Vielleicht sollte ich mir öfter nichts vornehmen, wenn dann solche Ergebnisse das Resultat sind.“ So zum Beispiel beim Paarwettkampf in Tschechien als er gemeinsam mit dem weiblichen schwäbischen Aushängeschild Marie Hindermann den Sieg einfuhr. „Wir haben gepokert und wir haben gewonnen“, sagt Liebrich, der den Erfolg durch eine grandiose Sprungübung sicherstellte.
Liebrich hat sich inzwischen an vier Geräten stabilisiert. Arbeit steht ihm vor allem noch am Reck und am Barren bevor. „Wir werden die Trainingsschwerpunkte auf diese beiden Geräte legen. An den anderen geht es nur drum, Stabilität in den Übungen zu halten und noch Nuancen zu verbessern“, so Liebrich. Seine Zukunft liegt im Sechskampf. Das haben längst auch die Bundestrainer erkannt. Daher fand die Weltmeisterschaft in den Einzelgeräten in diesem Jahr auch ohne den 22-Jährigen statt. Liebrich: „Es gibt eben an jedem einzelnen Gerät in Deutschland Turner, die besser sind als ich.“ Doch das frustet ihn wenig. Denn längst ist absehbar, dass Liebrich als Allrounder zu einer festen Größe im deutschen Team heranreift.
Immer im Visier: die Olympischen Spiele 2012 in London. „Es wäre Quatsch jetzt zu sagen, dass sie nicht mein Ziel sind. Klar will ich dorthin, aber bestimmt nicht mehr als Ersatzmann wie in Peking. Und wenn ich mich so entwickle wie in 2009, dann ist Olympia für mich auch möglich.“ In diesem Jahr bewies Liebrich bei all seinen Auftritten eine schon fast beängstigende Ausgeglichenheit. Das Bundestrainerteam belohnte ihn mit zwei Einladungen zur Championstrophy in Frankfurt und Hannover. In Sichtweite ist zudem noch ein Auftritt in der Stuttgarter Schleyerhalle bei der Trophy, dort im Rahmen des DTB-Pokals: „Vor heimischem Publikum. Das wäre ein echtes Highlight“, so der Modellathlet. Vieles hängt dabei davon ab, ob sich Ausnahmeturner Fabian Hambüchen bis dorthin von seiner Verletzung erholt hat.
Dass die Wege jetzt, wenn das neue Zentrum eingeweiht wird, auch für den Star im Wetzgauer Team deutlich verkürzt werden, kommt ihm sehr gelegen. Liebrich: „Künftig ist es eben auch möglich, zweimal am Tag zu trainieren. Die Halle kommt im genau richtigen Moment. Auf Glück zu hoffen, liegt dem 22-Jährigen jedoch fern: „Ich musste mir immer alles hart erarbeiten, bin nie mit einem solchen Talent ausgestattet gewesen, wie vielleicht andere. Aber ich war immer da, wenn die übrigen gepatzt haben, das hat mich stets ausgezeichnet.“
So soll es am besten auch heute Abend wieder sein, wenn Liebrich seine Mannschaft zum Klassenerhalt gegen Hannover führen will. „In eigener Halle die Bundesliga endgültig zu sichern, wäre das Größte. Dafür werden wir alles geben und hoffentlich mit der gleichen Taktik wie zuletzt gegen Chemnitz zum Erfolg kommen.“ Bereits zwei Gerätesiege sollten dem TVW den nächsten riesigen Erfolg sichern: die höchste deutsche Klasse ein weiteres Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Für Liebrich wäre das gleichbedeutend mit einer weiteren Saison bei den Wetzgauern, denn egal wie sehr die Konkurrenz auch baggert: „Ich bin hier bestens aufgehoben“, sagt Liebrich mit Blick zu seinem Trainer.
 
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